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Menstruationstasse läuft aus? Die häufigsten Gründe – und was wirklich hilft

Menstruationstasse läuft aus? Die häufigsten Gründe – und was wirklich hilft

Du hast dich extra für eine Menstruationstasse entschieden – und dann läuft sie aus. Frustrierend, keine Frage. Aber bevor du sie enttäuscht in die Schublade legst: In den allermeisten Fällen liegt es nicht an der Tasse, sondern an einer Kleinigkeit beim Sitz. Und genau die lässt sich fast immer beheben.

Hier sind die häufigsten Gründe, warum eine Menstruationstasse ausläuft – und was bei jedem davon wirklich hilft.

Zuerst: Läuft sie aus oder ist sie einfach voll?

Bevor wir Fehler suchen, ein kurzer Check. Wenn die Tasse nach vielen Stunden an einem starken Tag etwas durchlässt, ist sie vielleicht schlicht voll. Das ist kein Defekt, sondern eine Frage der Kapazität: An deinen stärksten Tagen musst du sie einfach öfter leeren. Läuft sie dagegen schon nach kurzer Zeit aus, liegt es an einem der folgenden Punkte.

Grund 1: Die Tasse ist nicht ganz entfaltet

Das ist mit Abstand die häufigste Ursache. Wenn sich die Tasse nach dem Einsetzen nicht vollständig öffnet, bleibt eine Falte – und an dieser Falte läuft Blut vorbei, ganz egal wie voll die Tasse ist.

Das hilft: Fahr nach dem Einsetzen einmal mit dem Finger am unteren Rand entlang oder dreh die Tasse eine halbe Umdrehung. Fühlt sie sich rundherum prall an, ist sie offen. Hilfreich ist auch eine Faltung, die sich leicht öffnet – die Punch-Down-Faltung (eine Seite nach innen drücken) springt oft zuverlässiger auf als die klassische C-Faltung.

Grund 2: Das Vakuum fehlt

Eine Tasse dichtet über einen leichten Unterdruck ab. Bildet sich dieses Vakuum nicht, dichtet sie nicht – und sie läuft aus oder rutscht sogar.

Das hilft: Schieb die Tasse nicht zu hoch ein; sie sitzt tiefer als ein Tampon. Wenn sie geöffnet ist, zieh ganz leicht am Boden (nicht am Stiel): Spürst du einen kleinen Widerstand, sitzt das Vakuum. Achte außerdem darauf, dass die kleinen Luftlöcher am Rand frei sind.

Grund 3: Verstopfte Luftlöcher

Apropos Luftlöcher: Die kleinen Öffnungen direkt unter dem Rand sind entscheidend für die Dichtung. Setzen sich dort Rückstände fest, funktioniert das Vakuum nicht mehr richtig.

Das hilft: Reinige die Löcher beim Auswaschen gründlich – am einfachsten, indem du die Tasse mit Wasser füllst und sie zusammendrückst, sodass das Wasser durch die Löcher spritzt. Einmal pro Zyklus auskochen hält sie frei.

Grund 4: Die falsche Größe

Tassen gibt es aus gutem Grund in verschiedenen Größen. Eine zu kleine Tasse fasst an starken Tagen zu wenig, eine zu weiche dichtet bei kräftigem Beckenboden manchmal nicht richtig ab – und nach einer Geburt passt oft eine größere Größe besser.

Das hilft: Orientiere dich an deinem Alter, deiner Blutungsstärke und daran, ob du schon geboren hast. Wenn du dir bei der Größe unsicher bist, hilft dir unser Einsteiger-Guide weiter; alle Modelle und Größen findest du in der Tassen- und Scheiben-Kollektion.

Grund 5: Dein Muttermund sitzt tief

Manche haben einen tiefer sitzenden Muttermund, der in den Tassenraum hineinragt. Dann ist die Tasse schneller voll, als du denkst – und läuft scheinbar grundlos aus.

Das hilft: Taste vor dem Einsetzen, wo dein Muttermund liegt, und setze die Tasse so, dass sie ihn umschließt. Bei tiefem Muttermund ist außerdem eine kürzere, breitere Tasse oder eine höhere Kapazität sinnvoll.

Grund 6: Starke Tage übersteigen die Kapazität

Auch bei perfektem Sitz gilt: Ist deine Blutung sehr stark, kann jede Tasse irgendwann überlaufen. Das ist kein Fehler, sondern Mathematik.

Das hilft: Leere die Tasse an starken Tagen häufiger – oder steig auf eine Lösung mit mehr Fassungsvermögen um (dazu gleich mehr). Eine Periodenunterwäsche als zusätzliche Sicherheit gibt dir in der Eingewöhnungszeit ein gutes Gefühl.

Die schnelle Checkliste

  • Ist die Tasse rundum entfaltet? (Finger am Rand, einmal drehen)
  • Spürst du beim leichten Ziehen am Boden ein Vakuum?
  • Sind die Luftlöcher sauber und frei?
  • Sitzt sie tief genug – und umschließt sie den Muttermund?
  • Passt die Größe zu Blutung und Anatomie?
  • An starken Tagen: einfach öfter leeren.

Häng dich nicht an einem einzigen schlechten Zyklus auf. Die ersten zwei, drei Zyklen sind Übung – danach sitzt die Tasse wie von selbst.

Wenn wirklich nichts hilft: Vielleicht ist die Scheibe das Richtige

Manche Körper und manche Tage kommen mit einer Tasse einfach nicht ins Reine – und das ist völlig in Ordnung. Eine Menstruationsscheibe arbeitet ganz ohne Vakuum, sitzt höher und fasst in der Regel mehr. Genau deshalb ist sie oft die Lösung bei tiefem Muttermund, starker Blutung oder wenn das Abdichten mit der Tasse nie so recht klappt. Wie sie funktioniert, liest du in unserem Ratgeber Menstruationsscheibe erklärt. Unsere besonders einsteigerfreundlichen Tassen – die weiche Flexi und die Ringtasse mit Griffring – machen es dir aber zuerst einmal leicht.

Häufige Fragen

Warum läuft meine Menstruationstasse aus, obwohl sie nicht voll ist?

Meistens, weil sie sich nicht vollständig entfaltet hat oder kein Vakuum gebildet hat. Fahr mit dem Finger am Rand entlang, dreh die Tasse einmal und prüfe mit leichtem Zug am Boden, ob sie abdichtet. Auch verstopfte Luftlöcher sind ein häufiger Grund.

Wie merke ich, ob die Tasse richtig sitzt?

Wenn sie vollständig geöffnet ist, du sie nicht spürst und bei leichtem Ziehen am Boden ein kleiner Widerstand zu fühlen ist, sitzt sie richtig. Drehen lässt sie sich dann meist frei.

Welche Faltung verhindert Auslaufen?

Faltungen, die sich leicht öffnen, beugen Falten und damit Auslaufen vor. Die Punch-Down-Faltung springt oft zuverlässiger auf als die C-Faltung. Wichtiger als die Faltung ist aber, dass sich die Tasse danach wirklich ganz entfaltet.

Hilft eine größere oder festere Tasse?

Oft ja. An starken Tagen oder nach einer Geburt fasst eine größere Tasse mehr, und eine etwas festere Tasse dichtet bei kräftigem Beckenboden besser ab. Orientiere dich an Blutungsstärke, Alter und Anatomie.

Läuft die Tasse nachts eher aus?

Nur, wenn sie nicht richtig sitzt oder voll wird. Leere sie direkt vor dem Schlafen, achte auf vollständiges Entfalten und nutze an starken Nächten zusätzlich eine Periodenunterwäsche als Sicherheit.


Über die Autorin
Mia Hartman schreibt für Floena über Periodenpflege, nachhaltiges Leben und ein gutes Körpergefühl. Sie ist überzeugt: Über die Periode darf man offen und ohne Scham sprechen – und die richtigen Produkte fügen sich leise in dein Leben ein, statt es zu unterbrechen.